BODYWORK

funktionelles Krafttraining

Mythos Fettverbrennung:

Neben der Tatsache, dass funktionelles Training unseren Körper stabiler und agiler macht, verbrennt man bei dieser Art des Trainings absolut gesehen sogar mehr Fett als beim üblichen Cardiotraining.

Der Grund ist, dass der Organismus durch das hochintensive Training, an welchem nahezu jeder Muskel beteiligt ist, so stark gefordert wird, dass die Homöostase (muskulärer Gleichgewichtszustand) gestört wird. Dadurch ergibt sich eine sehr viel längere "Nachbrennphase" als beim klassischen Cardiotraining. Bedingt dadurch hat der Körper nach der Belastung einen höheren Grundumsatz, weil die Muskulatur mit Nährstoffen versorgt werden muss.

Somit können auch Menschen, die abnehmen möchten, durchaus mit funktionellem Training ihr Ziel erreichen – und zwar langfristig und nachhaltig ohne sich stundenlangem Cardiotraining bei sogenanntem „Fettverbrennungspuls“ wenig wirksam zu quälen. 

Ich möchte an dieser Stelle den Autor Mark Lauren zitieren: 

Wenn unser Stoffwechsel so ineffizient wäre, Kalorien in dem Tempo zu verbrennen, wie in der Werbung für Fitnessgeräte behauptet wird, hätten wir niemals so lange überlebt und ganz bestimmt nicht die Entbehrungen der Eiszeit überstanden. Die Kalorien, die wir fürs Jagen und Sammeln verbraucht hätten, wären unser Hungertod gewesen, lange bevor wir das erste Mammut erlegt hätten“.
 

Zur Erklärung ein paar Rechenbeispiele:

Ein durchschnittlicher Mann verbraucht auf dem Laufband in 45 Minuten bei sog. Fettverbrennungspuls von 110-130 ca. 300 kcal. Nun ist dieser Wert nicht der Mehrverbrauch durch das Laufen, sondern der Gesamtverbrauch. Das bedeutet, dass eben dieser durchschnittliche Mann in der gleichen Zeit ca. 100 kcal verbraucht, wenn er einfach nur auf der Couch liegt! Dies entspricht dem Grundmetabolismus, also dem Grundverbrauch in Ruhe. Somit ist der Mehrverbrauch auf dem Laufband ca. 200 kcal.

Das heißt, wir müssen 45 Minuten laufen um 17 Gummibärchen zu verbrauchen!!! (51 gr. Gummibärchen = 200 kcal).   

Ein weiteres Beispiel:

Eine 65 Kilo schwere Frau  kann mit der Energie von einem halben Kilo Fett – dies entspricht ca. 4.500 kcal –     theoretisch 15 Stunden lang die Herzfrequenz des klassischen Cardiotrainings halten.  

Diese Tatsachen unseres Stoffwechsels zeigen, dass man unglaublich viel Zeit aufwenden muss, um durch Ausdauertraining nennenswert Fett abzubauen. Außerdem fällt auf, dass der Fettabbau mit zunehmenden Lauftraining schwerer wird. Dies hängt damit zusammen, dass nicht die muskuläre Ausdauer sich mit der Zeit verbessert, sondern die Muskelarbeit effizienter wird. Muskeln, die für das Laufen nicht benötigt werden, werden außerdem abgebaut, somit sinkt der Grundmetabolismus, da weniger Muskulatur in Ruhe weniger verbraucht.

Daher muss man immer mehr laufen, um die gleiche Menge Fett zu verbrennen.

Leichter wird man zwar trotzdem, jedoch hauptsächlich durch den Verlust von nicht benötigter Muskulatur und dem in jeder Muskelzelle gebundenen Wasser.

Dies lässt sich zweifelsfrei feststellen, wenn man nicht das Gewicht als Indikator für das Abnehmen nimmt, sondern die Körperzusammensetzung. In der Praxis zeigt sich dann bei vielen meiner Kunden, dass das Gewicht nach einigen Monaten Training oft annähernd gleich bleibt, die Kleidergrößen sich jedoch verringern. Die Körperzusammensetzung hat sich also zugunsten der Muskulatur (aktive Körpermasse) und zulasten der Fettdepots verändert. Da das spezifische Gewicht von Muskelgewebe höher ist, als das von Fettgewebe, ändert sich das Gesamtgewicht wenig, aber der Körper wird dennoch schlanker und definierter.

Ein weiterer Nachteil des klassischen Cardiotrainings ist des Weiteren, dass sich meistens nach der Trainingseinheit ein Heißhunger einstellt, da die Glykogenspeicher leer sind und der Körper bestrebt ist, diese schnellstens aufzufüllen, um die kostbaren Fettreserven zu schützen. Dieses "Verhalten" entspricht unserer genetischen Urprogrammierung.

Außerdem normalisiert sich der Stoffwechsel nach dem Cardiotraining relativ schnell wieder. Beim funktionellen Krafttraining hingegen stellt sich kein Heißhunger ein und der Stoffwechsel bleibt noch Stunden nach dem Training erhöht, um die Muskulatur mit Nährstoffen zu versorgen.

Das heißt der Grundmetabolismus und somit die Fettverbrennung in Ruhe, ist noch lange nach dem Training erhöht. Außerdem baut funktionelles Krafttraining Muskulatur auf, was im Umkehrschluss zu noch mehr Fettverbrennung in Ruhe führt. 

Wenn man den Fettstoffwechsel noch zusätzlich verstärken möchte, kombiniert man funktionelles Training mit Intervall-Training oder HIT-Training (High Intensity Training).

 An dieser Stelle sei gesagt, dass ich keineswegs das Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen, usw. schlecht reden möchte. Als ehemaliger Leichtathlet weiß ich sehr wohl, welchen Ehrgeiz man dabei entwickeln kann. Aber das ist genau der Punkt...Wenn jemand aus sportlichem Antrieb heraus eine Ausdauersportart betreibt, ist die Zielsetzung eine ganz andere, als bei jemandem, der abnehmen möchte. Solchen Personen geht es darum ihre Leistung zu erhöhen, schneller zu werden, Wettkämpfe zu gewinnen...wenn man allerdings rein nur unter dem Aspekt der Fettverbrennung eine Ausdauerleistung vollbringt, so möchte ich euch dringend davon abraten. Es wird euch frustrieren weil sich der gewünschte Erfolg nicht einstellen wird. Außerdem verschwendet ihr sehr viel wertvolle Zeit, in welcher ihr durch funktionelles Training insbesondere in Verbindung mit HIT-Training  und Intervall-Training weitaus mehr für eure Fettverbrennung tun könnt und vor allem keine Muskulatur abbaut, sondern aufbaut. Des Weiteren ist diese Trainingsart muskulär gesehen viel komplexer und beansprucht nicht nur sportartspezifische, sondern annähernd die gesamte Muskulatur.